Einerseits muss man sich nur umschauen. Ob Lockdown oder „Freiheitsurlaub“, wir haben seit fast zwei Jahren keine nennenswerte Verringerung der Verbreitung von COVID-19 erlebt. Aber das ist noch lange kein eindeutiger Beweis dafür, dass Lockdown-Maßnahmen kontraproduktiv waren.
Glücklicherweise müssen wir uns auch darüber keine Sorgen machen, denn die Ergebnisse liegen vor und die Lockdowns haben nicht funktioniert.
Forscher der Johns-Hopkins University haben eine sogenannte „Metaanalyse“ von 34 Studien zu Lockdowns (vor der Delta-Welle) durchgeführt und sind zu dem Schluss gekommen, dass „Lockdowns kaum bis gar keine Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hatten, [aber] dort, wo sie durchgeführt wurden, enorme wirtschaftliche und soziale Kosten verursacht haben.“
Es ist bemerkenswert, dass dies ein Arbeitspapier und ist im März 2022 noch nicht in der Peer-Review-Literatur enthalten, aber die Ergebnisse sind dennoch bemerkenswert. Hier sind einige wichtige Punkte aus dem Text:
- Die Metaanalyse berücksichtigte Studien zum Lockdown-Stringency-Index, Studien zu Shelter-in-Place-Orders (SIPO) und spezifische Studien zu nicht-pharmazeutischen Interventionen (NPI).
- Während epidemiologische Simulationen darauf schließen ließen, dass Lockdowns eine positive Wirkung haben würden, deuten die tatsächlichen Ergebnisse aus dem Jahr 2020 darauf hin, dass die Simulationen weit daneben lagen.
- Keine der drei Gruppen deutet darauf hin, dass die Lockdowns einen signifikanten Effekt auf die COVID-19-Sterblichkeit hatten. Bestenfalls dürften die Ausgangssperren die Sterblichkeit um lediglich 3% gesenkt haben.
- Ein Grund, warum diese Reduzierung um 3% so unbedeutend ist, liegt darin, dass einige Studien sogar zeigen, hat Die Sterblichkeitsraten infolge der Lockdown-Maßnahmen liegen in der Größenordnung von 1-3 %. Daher erscheint es nicht gerechtfertigt, diesen Maßnahmen als Hilfe gegen COVID-19 eine große Bedeutung beizumessen.
- Die unbeabsichtigte Konsequenzen der Lockdown-Maßnahmen, sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht, überwiegen die kaum wahrnehmbaren Vorteile, sofern überhaupt welche erkennbar sind.
Natürlich ist das JHU-Papier nicht das letzte Wort, es weist aber nachdrücklich darauf hin, dass es nahezu unmöglich ist, signifikante, beobachtbare Auswirkungen von COVID-Lockdown-Maßnahmen auf die Sterblichkeit festzustellen.


