Malcolm Muggeridge war ein Journalist und Zeitgenosse von CS Lewis. Ich habe ihn in den letzten Tagen mehrfach von christlichen Autoren zitiert gesehen, was besonders interessant ist, da er auch ein großer Skeptiker ist. Er möchte voll dabei sein, aber er schafft es einfach nicht – wie ein Gläubiger, der dennoch nicht an die Heilige Schrift selbst glaubt. Aus seinem Buch „Jesus Rediscovered“:
Was bedeutet die Kreuzigung in einem Zeitalter wie dem unseren? Ich sehe sie in erster Linie als eine erhabene Verhöhnung aller irdischen Autorität und Macht. Die Dornenkrone, das Purpurgewand, der ironische Titel „König der Juden“ sollten Christi Anspruch, der Messias zu sein, verspotten oder parodieren; tatsächlich werden damit alle Kronen, Gewänder und Könige, die es je gab, lächerlich gemacht und verachtet. Es war ein schlechter Scherz, der nach hinten losging. Niemand, so scheint es mir, der die Kreuzigung vollständig begriffen hat, kann je wieder irgendeinen Ausdruck oder jedes Instrument weltlicher Macht ernst nehmen, wie ehrwürdig, glänzend oder scheinbar furchterregend es auch sein mag.Als Christus in der Wüste versucht wurde, lehnte er das Angebot des Teufels ab, ihm die Herrschaft über die Königreiche der Erde zu übertragen (eine Ablehnung, die diejenigen, die glauben, dass es durch christlichen guten Willen möglich ist, ein Himmelreich auf Erden zu errichten, äußerst irritieren muss); die Kreuzigung zeigte, warum das so war – weil das Angebot des Teufels falsch war. Es gibt keine Königreiche, die er errichten könnte; nur Pseudo- oder fiktive Königreiche, über die Quacksalber herrschen, die sich als Kaiser, Könige und Regierungen ausgeben …
Das ist eine starke Aussage über die Natur der Macht. Und dies:
… Christi Tod am Kreuz kann als das genaue Gegenteil des zweitberühmtesten Todes unserer Zivilisation angesehen werden – des Todes des Sokrates. Sokrates trank gehorsam Schierling und starb, um den Staat zu unterstützen und zu stärken: Christus hingegen starb am Kreuz in spöttischer Missachtung aller Staaten, ob römisch, jüdisch oder irgendein anderer.
All dies stammt aus dem Kapitel „Die Kreuzigung“ und erschien ursprünglich als Essay im Observer vom 26. März 1967. Nur Mut, Christen!


